Zahnpflege gehört für mich zu den kleinen Ritualen des Alltags. Genauso wie mein Kaffee am Morgen oder meine Laufrunde am Abend. Ohne frisch geputzte Zähne kann ich nicht einschlafen. Vielleicht fiel es mir deshalb so schwer, bei meinem Umstieg auf tierfreundliche Kosmetik vegane und tierversuchsfreie Zahnpflege zu finden, die zu mir passt. Denn für diese Kategorie habe ich tatsächlich am Längsten gebraucht. Und deshalb möchte ich meine Erfahrungen und Lieblingsprodukte gerne mit euch teilen.

Wie sieht eine gute vegane Zahnpflege aus?

Wenn man auf vegane und nachhaltige Mundpflege umsteigt, fällt es eventuell erstmal schwer, sich an Geschmäcker und Texturen zu gewöhnen. Die typische Schärfe und den Schaum einer konventionellen Zahncreme zum Beispiel findet man in der veganen Naturkosmetik eher selten. Hat man sich aber einmal von künstlichem Geschmack und Schaum im Mund entwöhnt, findet man auch im Naturkosmetikbereich viele effektive und natürliche Alternativen ohne Tierversuche und tierische Inhaltsstoffe.

Nachhaltige Zahnbürsten ohne Plasik

Der wohl essentiellste Bestandteil der Zahnpflege ist die Zahnbürste. Die Auswahl ist mittlerweile riesig – von der superweichen Sensitiv-Zahnbürste, über die flexible Drehkopf-Zahnbürste bis zur elektrischen Zahnbürste mit Zungenmassage. Aber eins haben sie alle gemeinsam, die konventionellen Zahnbürsten – sie sind aus Plastik.
Seit ich versuche, weitestgehend auf Plastik zu verzichten, war ich auf der Suche nach recyclebaren nachhaltigen Zahnbürsten ohne Plastik und ohne tierische Bestandteile. Dabei bin ich schnell auf Holzzahnbürsten aus Bambus gestoßen. Bambus ist ein sehr schnell nachwachsender Rohstoff, der dank seiner antibakteriellen Eigenschaften meist ohne künstliche Pestizide auskommt.
Mein aktueller Favorit unter den Bambuszahnbürsten ist die Holzzahnbürste von Hydrophil.

Plastikfreie Zahnbürsten von Hydrophil

Die Zahnbürste ist zu 100% vegan, hat Borsten aus BPA-freiem Nylon und ist plastikfrei verpackt. Außerdem gibt es sie in verschiedenen Härtegraden, was mein hyperempfindliches Zahnfleisch ganz toll findet. Auch wenn ich langfristig gerne eine vegane Zahnbürste finden würde, die ganz ohne Nylon auskommt, bin ich mit dieser Bambus-Variante bis jetzt am glücklichsten.
Die vegane Zahnbürste aus Bambus gibt es in einigen Reformhäusern, größeren Bio-Supermärkten, bei Veganz und über Amazon*.

Vegane & tierversuchsfreie Zahncreme

Zugegeben – der Umstieg von meiner geliebten scharfen und schäumenden Zahncreme auf vegane und natürliche Alternativen fiel mir schwer. Ich war seit meiner Kindheit davon überzeugt, dass eine Zahncreme schäumen muss, sonst macht sie ja nicht richtig sauber. Es hat ein paar Versuche gebraucht, um mich vom Gegenteil zu überzeugen, aber jetzt habe ich ein paar Zahnpasta-Lieblinge gefunden, die ich nicht mehr missen will.
Mein erster Glückstreffer waren die Toothy Tabs von Lush. Zuerst war ich skeptisch, ob kleine Pastillen tatsächlich Zähne reinigen können. Aber ich war neugierig und habe mir ein paar Test-Pastillen mitgeben lassen. Die Anwendung ist zu Beginn etwas ungewohnt. Man nimmt eine Pastille in den Mund, beißt sie klein und fängt dann wie gewohnt an zu putzen.
Zwar schäumen die Pastillen nicht so sehr wie konventionelle Zahncreme, sie hinterlassen aber ein angenehm frisches Mundgefühl und wunderbar saubere und glatte Zähne. Außerdem gibt es sie in verschiedenen Geschmacksrichtungen und sogar in einer Variante mit Aktivkohle für natürlich weiße Zähne.
Kaufen könnt ihr die Toothy Tabs im Onlineshop von Lush oder in jeder Lush-Filiale. Lasst euch doch mal eine Probe geben, falls ihr einen Store in eurer Nähe habt.

Der zweite vegane Zahncreme-Liebling in meinem Bad ist die Herbal Mint Zahncreme von Go&Home.

Sie enthält sanft reinigende Kieselsäure, Aloe Vera und Minzöl, schäumt angenehm und schmeckt wunderbar frisch. Außerdem ist sie vollständig vegan, tierversuchsfrei und NaTrue-zertifiziert.
Kaufen kann man sie zum Beispiel in größeren Biomärkten, bei najoba oder über Amazon*.

Effektive vegane und tierversuchsfreie Zahnpflege

Die vegane Mundspülung

Viele Menschen benutzen eine Mundspülung nach dem Zähneputzen oder auch zwischendurch, um den Atem zu erfrischen oder weil sie sich davon weißere Zähne und gesunderes Zahnfleisch versprechen. Tatsächlich kann das auch in Maßen funktionieren. Denn viele Mundspülungen enthalten ätherische Öle, die Bakterien bekämpfen und so Zahnbelag verhindern können. Außerdem können fluoridhaltige Mundspülungen die Neubildung von Zahnbelag nach dem Zähneputzen hinauszögern.
Vor allem reinigt und desinfiziert eine gute Mundspülung aber den gesamten Mundraum auf natürliche Weise – auch die Bereiche, die man normalerweise nicht mit der Zahnbürste putzt wie Zunge und Zahnfleisch. Das reduziert den Bakteriengehalt des Mundes und kann auch für frischeren Atem sorgen.

Seit ich auf konventienelle Mundspülungen verzichte und versuche, meinen Plastikkonsum zu reduzieren, mache ich mir meine Mundspülung selbst. Das Rezept für diese vegane und umweltfreundliche Mundspülung ist simpel und schnell gemischt, die Zutaten gibt es in Apotheken, Reformhäusern und Drogerien.

Rezept für vegane Mundspülung zum Selbermachen

Diese Zutaten braucht ihr für die vegane DIY-Mundspülung:

  • 500ml lauwarmes Wasser
  • 2 TL Natron
  • 40g Birkenzucker (Xylitol, aus dem Reformhaus oder der Drogerie)
  • 10 Tropfen ätherische Öle (zum Beispiel Pfefferminze, Salbei, Mandarine oder Teebaumöl
  • eine leere Glasflasche, die man gut verschließen kann

Und so mischt ihr eure Mundspülung an:

  1. Gebt das Wasser, das Natron und den Birkenzucker in die Glasflasche, verschließt sie und schüttelt, bis sich alles aufgelöst hat.
  2. Gebt nun die ätherischen Öle eurer Wahl dazu – ihr könnt hier mischen, wie es euch gefällt. Ich benutze gern eine Kombination aus 2/3 Pfefferminzöl und 1/3 Teebaumöl, beides wirkt erfrischend und antibakteriell.
  3. Noch einmal schütteln – fertig ist eure vegane DIY-Mundspülung!

Das Natron in der Mundspülung neutralisiert Gerüche und Säuren durch seinen basischen PH-Wert und wirkt als Atemneutralisator und als Kariesprophylaxe. Die ätherischen Öle wirken antibakteriell und sorgen für frischen Atem.
Achtet darauf, die Mundspülung immer gut zu verschließen und zügig aufzubrauchen, denn sie enthält keine künstlichen Konservierungsstoffe.
Das Rezept für die vegane Mundspülung kommt aus dem Buch „Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie“* von smarticular.net, das ich sehr zu schätzen gelernt habe. In diesem Buch gibt es viele Rezepte und Tipps zur Herstellung von veganen und nachhaltigen Reinigungs- und Pflegeprodukten mit wenigen und umweltfreundlichen Zutaten.

Falls ich mal auf Reisen bin oder keine Zutaten für meine selbstgemachte Mundspülung zur Hand habe, benutze ich gern das Ratanhia-Mundwasser Konzentrat von Weleda.

Es ist vegan, NaTrue-zertifiziert und sehr ergiebig, da man nur wenige Tropfen braucht. Es wirkt ausgezeichnet gegen Entzündungen und gegen Zahnfleischbluten und hilft auch punktuell aufgetragen gegen kleine Wunden im Mund und gegen Aphthen.
Kaufen könnt ihr das Rathania-Mundwasser Konzentrat von Weleda im Bio-Supermarkt, bei dm und über Amazon*.

Was mir momentan in meiner veganen Mundpflege Routine noch fehlt, ist eine vegane und plastikfreie Zahnseide. Die Suche danach gestaltet sich schwieriger als gedacht… Denn die meisten Zahnseiden sind entweder aus schwer abbaubarem Nylon oder enthalten Bienenwachs. Falls ihr also eine Empfehlung für eine umweltfreundliche und vegane Zahnseide habt, freue ich mich, wenn ihr mir davon erzählt…!

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