Mutterunternehmen und Tochterunternehmen in der Kosmetikindistrie – das hört man immer wieder. Gerade wenn man anfängt, sich mit tierversuchsfreier Kosmetik zu beschäftigen und auf der Suche nach Marken ohne Tierversuche ist.
Aber was bedeutet das eigentlich? Was ist ein Mutterunternehmen und was ein Tochterunternehmen? Wenn das Mutterunternehmen Tierversuche durchführt – tun das dann auch die Tochterunternehmen? Und unterstütze ich automatisch den Mutterkonzern, wenn ich etwas von einem Tochterkonzern kaufe?

Was genau bedeutet das eigentlich – Mutterkonzern und Tochterkonzern?

In der Wirtschaft spricht man dann von einem Tochterunternehmen oder auch Tochterkonzern, wenn entweder mindestens 50 Prozent der Anteile des Tochterunternehmens von einem anderen Unternehmen, dem Mutterkonzern, gehalten werden oder wenn aufgrund eines Beherrschungsvertrages, der Unternehmenssatzung oder etwas ähnlichem ein herrschender Einfluss des Mutterunternehmens auf das Tochterunternehmen vorliegt.
Das bedeutet, dass das Mutterunternehmen über eine teilweise Entscheidungsgewalt über die Interessen des Tochterunternehmens verfügt oder kurz gesagt im Tochterunternehmen mitbestimmt und an Entscheidungen beteiligt ist.
Abgesehen von dem Mitbestimmungsrecht des Mutterunternehmens fließen bei einer Mutter-Tochter-Vereinbarung zwischen Unternehmen auch viele Gelder zwischen Mutter und Tochter. Das bedeutet, dass sowohl das Mutterunternehmen das Tochterunternehmen mitfinanziert als auch dass Einnahmen des Tochterkonzerns oft auch an den Mutterkonzern fließen.

Warum sind Beziehungen zwischen Mutterkonzern und Tochterkonzern wichtig, wenn es um tierversuchsfreie Kosmetik geht?

Wenn ihr aus ethischen Gründen Wert darauf legt, auf im Tierversuch getestete Kosmetikprodukte zu verzichen, dann werdet ihr eventuell ein ungutes Gefühl dabei haben, von Unternehmen zu kaufen, die eine nicht tierversuchsfreie Muttergesellschaft haben. Und das zu Recht. Denn oft fließen die Einnahmen des Tochterunternehmens auch teilweise in die Muttergesellschaft. Das bedeutet, dass man mit dem Kauf der Produkte der Tochter auch die Tierversuche der Mutter unterstützt, selbst wenn das Tochterunternehmen keine Tierversuche macht.
Wenn man also beispielsweise ein Produkt von Smashbox kauft, spühlt man damit ungewollt Geld in die Kasse der Estée Lauder Gesellschaft. Auch wenn Smashbox an sich also keine Tierversuche für seine Prosukte durchführt, unterstützt man eventuell unabsichtlich ein Unternehmen, das das durchaus tut.
Leider sind die genauen Vereinbarungen zwischen den Mutter- und Tochterkonzernen oft nicht transparent, sodass man so gut wie gar nicht herausfinden kann, ob denn im konkreten Fall tatsächlich Geld an den Mutterkonzern fließt. Deshalb gehe ich in solchen Fällen ganz allgemein von einer indirekten Unterstützen der Muttergesellschaft aus.

Mutterkonzerne und Tochterkonzerne sind in der Kosmetikindustrie keine Seltenheit

Sollte man keine Kosmetik von tierversuchsfreien Marken kaufen, die zu nicht tierversuchsfreien Konzernen gehören?

Vielleicht kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch freut, einen Hersteller gefunden zu haben, den ihr mögt und der zudem auch noch keine Tierversuche durchführt und dann herausfindet, dass dieser Hersteller zu einem Mutterkonzern gehört, der nicht tierversuchsfrei ist. Ob das ein Ausschlussriterium ist, wenn es darum geht, die Produkte des Tochterunternehmens zu kaufen, sollte jeder für sich selbst entscheiden.
Auf der einen Seite finanziert man mit Käufen bei den Töchtern der meisten Kosmetikriesen tatsächlich auch die Mutter und damit indirekt auch deren Tierversuche.
Auf der anderen Seite kann das Unterstützen von tierversuchsfreien Tochterunternehmen auch positive Effekte haben. Denn auch wenn von einem Kauf der Produkte von tierversuchsfreien Tochtermarken indirekt auch das Mutterunternehmen profitiert, bleibt die Verbraucherstimme gegen Tierversuche mit der Entscheidung für das tierversuchsfreie Tochterunternehmen bestehen und wird früher oder später auch von den Mutterkonzernen gehört. Zum Thema Verbraucherstimme und über den Einfluss der Verbraucher auf die Tierversuchspolitik habe ich euch in meinen 5 Gründen für tierversuchsfreie Kosmetik berichtet.
Ein weiteres Argument für den Kauf von tierversuchsfreier Kosmetik von Tochterunternehmen kann in einzelnen Fällen auch eine Stärkung des Tochterunternehmens mit dem Ziel der Unabhängigkeit vom Mutterkonzern sein. Einige kleine Hersteller haben sich mit steigender Popularität von ihren Elternunternehmen gelöst und produzieren nun unabhängig (und ohne Tierversuche).

Welcher nicht tierversuchsfreier Mutterkonzern hat welche Tochterunternehmen?

An dieser Stelle habe ich versucht, euch einen kurzen Überblick über die größten internationalen Kosmetikkonzernen und ihren Tochterunternehmen zusammen zu stellen. Die hier aufgeführten Mutterunternehmen sind alle nicht tierversuchsfrei. Das solltest du beim Einkauf der Tochtermarken beachten, falls dieses Kriterium für dich relevant ist.
Bitte beachte, dass die Listen nicht vollständig sind. Über einen Klick auf den Namen der Muttergesellschaft kommst du zu einer vollständigen und aktuellen Liste auf der Homepage der Unternehmen selbst.

Moet Hennessy Louis Vuitton

  • Make Up For Ever
  • benefit cosmetics
  • Dior
  • Guerlain
  • Givenchy

Estée Lauder Companies

  • MAC Cosmetics
  • BECCA
  • Too Faced
  • Clinique
  • Tom Ford
  • Bobbi Brown
  • Smashbox

L’Oréal Group

  • Lancome
  • Giorgio Armani
  • Yves Saint Laurent
  • Kiehl’s
  • Urban Decay
  • it Cosmetics
  • Garnier
  • NYX
  • Essie
  • Maybelline

Coty Group

  • Wella
  • OPI
  • Rimmel
  • Bourjois
  • Sally Hansen
  • Max Factor
  • Marc Jacobs
  • Astor
  • Manhattan

Beiersdorf Gruppe

  • NIVEA
  • Eucerin
  • Labello
  • Florena
  • 8×4