Umstieg auf tierfreundliche und vegane Kosmetik
Vielleicht spielst auch du gerade mit dem Gedanken, dich von im Tierversuch getesteten Kosmetik- und Pflegeprodukten zu verabschieden oder bist schon dabei, dein Bad langsam mit neuen tierversuchsfreien Lieblingsprodukten zu füllen?
Oder du bist auf der Suche nach Denkanstößen und Informationen zum Thema Tierversuche und dem Umstieg auf tierversuchsfreie Kosmetik?
Dann bist du hier richtig. In diesem Artikel möchte ich euch von meiner Reise hin zu tierversuchsfreier und überwiegend veganer Kosmetik und Pflege erzählen, euch ein paar Tipps geben, um den Umstieg einfacher und unkomplizierter zu machen und euch ermutigen, einfach anzufangen. Es lohnt sich. Versprochen.

Warum ich lange nicht auf tierversuchsfreie Kosmetik umgestiegen bin

Die Begeisterung für Hautpflege, Inhaltsstoffe und Makeup begleitet mich schon seit über fünf Jahren. Mein Fokus lag dabei lange Zeit hauptsächlich auf den verschiedenen Inhaltsstoffen, ihrem Nutzen oder Nicht-Nutzen. Ich habe viele verschiedene Produkte ausprobiert und mich an ihnen erfreut. An den Produktionsprozess dahinter oder an eventuelles Leid hinter diesen Produkten habe ich dabei nur selten gedacht. Leider.
Das lag zum Teil an meiner Unwissenheit in Bezug auf das Thema Tierversuche. Ich dachte lange Zeit, dass Tierversuche heutzutage doch sicher nur noch in der Pharmaindustrie zum Einsatz kommen und dass Kosmetik und Makeup doch sicher nicht mehr an Tieren getestet wird. Damit lag ich leider weit daneben.
Zum Teil lag es aber auch an einer Reihe von Bedenken, die ich in Bezug auf den Umstieg hatte. In meiner Vorstellung waren tierversuchsfreie und vegane Produkte teuer und schwer zu bekommen. Abgesehen davon wollte ich natürlich auch nicht auf meine Lieblingsprodukte verzichten.
Dass ich mit all meinen Bedenken falsch lag, hat sich vor etwa zwei Jahren herausgestellt.

Warum ich doch auf tierversuchsfreie Komsetik umgestiegen bin

Vor mittlerweile zwei Jahren habe ich angefangen, mein Konsumverhalten sehr kritisch zu hinterfragen und es zu reduzieren. Ich habe angefangen, mich zu fragen, wo diese Produkte, die ich kaufe, eigentlich herkommen, wie sie produziert werden und was das für Menschen und Umwelt bedeutet.
Seit dem kaufe ich sehr viel bewusster ein, habe meinen Besitz stark reduziert und achte auf die Produktionsprozesse hinter meiner Kleidung, meinen Möbeln und auch meiner Kosmetik. Und seit dem fühle ich mich sehr viel freier und wohler in meiner Haut.
Auch mit dem Thema Tierversuche habe ich mich in dieser Zeit sehr intensiv auseinandergesetzt. Wochenlang habe ich recherchiert, was Tierversuche eigentlich sind, warum sie immer noch durchgeführt werden, was es für Alternativen zu Tierversuchen gibt und wie ich Produkte ohne Tierversuche erkenne. Die Ergebnisse meiner Recherchen habe ich auf meiner Homepage mit euch geteilt, um euch den Einstieg in das Thema so leicht wie möglich zu machen.
Während meiner Recherche habe ich gelernt, dass viele meiner anfänglichen Bedenken in Bezug auf den Umstieg auf tierversuchsfreie und vegane Komsetik gar nicht zutreffen.

Meine anfänglichen Bedenken vor dem Umstieg auf tierversuchsfreie Kosmetik

  1. Es ist kompliziert und zeitaufwendig, tierversuchsfreie Kosmetik zu recherchieren.

    Nach den ersten Stunden meiner Recherche hatte ich bereits einen recht guten Überblick darüber, welche Hersteller Tierversuche durchführen und welche nicht. Hierzu habe ich hauptsächlich die Positivliste von PETA, den Blog von Erbse (an dieser Stelle eine große Empfehlung) und diverse Zertifizierungen und Labels für vegane Kosmetik und Naturkosmetik zu Rate gezogen. Auch bieten viele Onlineshops mittlerweile eine relativ verlässliche Kennzeichnung von veganen tierversuchsfreien Produkten in ihren Artikelbeschreibungen an.
    Mittlerweile weiß ich im Schlaf, welche Hersteller für mich in Frage kommen und welche nicht. Wenn mir eine neue Marke über den Weg läuft, frage ich die oben genannten Quellen oder auch direkt beim Hersteller an.

  2. Vegane und tierversuchsfreie Kosmetik ist teurer als konventionelle Kosmetik.

    Auch das trifft zum Glück meistens nicht zu. Während meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass die Eigenmarken der gängigen Drogerien in Deutschland tierversuchsfrei sind. Auch bietet die Drogerie mittlerweile viele vegane Produkte und günstige Naturkosmetik an. Diese Produkte sind meist entsprechend zertifiziert und deshalb beim Einkauf schnell und gut zu erkennen.
    Abgesehen von der Drogerie gibt es auch in Supermärkten günstige tierversuchsfreie Produkte (zum Beispiel die REWE-Marken) und viele Parfümerien bieten ebenfalls verhältnismäßig günstige Kosmetik ohne Tierversuche an (zum Beispiel die Douglas-Eigenmarken).

  3. Tierversuchsfreie und vegane Kosmetik ist schwer zu bekommen.

    Meine Angst, bei einem Umstieg alle Produkte im Internet bestellen zu müssen oder nur noch in bestimmten Läden einkaufen zu können, hat sich ebenfalls nicht bewahrheitet. Die gängigen Drogeriemärkte in Deutschland dm, Rossmann und Müller bieten eine große Auswahl tierversuchsfreier und teilweise veganer Kosmetik und Pflege an. Abgesehen von bestimmten Supermärkten und Parfümerien gibt es mittlerweile kaum noch einen Onlineshop, der keine tierversuchsfreien Produkte führt. Einige haben sich sogar auf vegane Kosmetik spezialisiert. Die meisten Shops zeichnen vegane Produkte mittlerweile als solche aus und man kann danach seine Suche filtern.

Wie ich mit meinem Umstieg auf tierversuchsfreie Kosmetik angefangen habe

 Umstieg auf tierfreundliches veganes Duschgel
Nach meinen Recherchen stand für mich fest – kein Tier soll für meine Körperpflege und meine Freude an Kosmetik leiden oder sterben müssen. Es gibt offenbar genügend Alternativen. Die wollte ich jetzt finden. Dazu habe ich so angefangen:

  1. Welche meiner Produkte sind tierversuchsfrei und welche sind vegan?

    Ich bin meine Kosmetik- und Pflegeprodukte durchgegangen und habe mir aufgeschrieben, welche davon nicht tierversuchsfrei sind und welche nicht vegan sind. Für diese Produkte wollte ich also eine tierfreundliche Alternative finden.
    Dabei sind mir schon viele tierversuchsfreie Marken aufgefallen, die ich gerne benutze und die als Alternative für an Tieren getestete Pflegeprodukte in Frage kamen.

  2. Aufbrauchen von im Tierversuch getesteter Kosmetik

    Die Teile meiner Körper-, Gesichts- und Haarpflege, die an Tieren getestet wurden, habe ich mir im Bad ganz nach vorne gestellt, um sie gezielt aufzubrauchen, bevor ich einen tierversuchsfreien Ersatz kaufe. Einfach wegwerfen und verschwenden wollte ich die Teile natürlich nicht, gekauft hatte ich sie ja schon und damit nicht tierfreundliche Hersteller bereits unterstützt.
    Wenig oder gar nicht benutzte Produkte habe ich teilweise an Freunde und Familie verschenkt und an ein Frauenhaus in der Nähe gespendet.

  3. Ersetzen von im Tierversuch getesteten Produkten durch tierversuchsfreie Alternativen

    Nach und nach habe ich so die an Tieren getesteten Pflegeprodukte aus meinem Bad verbannt und durch tierfreundliche und möglichst vegane Alternativen ersetzt. Um Fehlkäufe zu vermeiden habe ich vor dem Kauf eines neuen Produktes die Inhaltsstoffe via Codecheck recherchiert, mir oft auch Reviews durchgelesen und Empfehlungen geholt, um ein Pflegeprodukt zu finden, das zu mir, meiner Haut und meinen Haaren passt. Dabei habe ich viele neue Lieblingsprodukte gefunden, die ich oft noch viel lieber mag als das ersetzte Produkt.

  4. Freunde und Familie informieren

    Von meinem Plan, nur noch tierversuchsfreie und möglichst vegane Kosmetik zu verwenden habe ich auch meinen engen Freunden und meiner Familie erzählt, um möglichst keine Kosmetik geschenkt zu bekommen, die an Tieren getestet wurde.
    Falls ich doch mal etwas geschenkt bekomme, was ich aufgrund von Tierversuchen oder tierischen Inhaltsstoffen nicht verwenden möchte, versuche ich es zurückzugeben. Wenn das nicht funktioniert, verschenke ich das Teil weiter oder spende es.

  5. Liste mit Lieblingsmarken ohne Tierversuche

    Von Anfang an führe ich eine eigene kleine Liste mit Herstellern und Marken, die keine Tierversuche durchführen und auf die ich immer wieder gerne zurückgreife, wenn ich ein neues Pflegeprodukt brauche. So vermeide ich Verwirrung beim Einkaufen und oft auch Fehlkäufe. Trotzdem macht es mir immer noch Spaß, etwas ganz Neues auszuprobieren, so lange keine Tierversuche im Spiel sind.

Meine Fazit zum Umstieg auf tierversuchsfreie Kosmetik und Pflege

Trotz meiner anfänglichen Bedenken bezüglich des Umstiegs auf tierversuchsfreie Kosmetik, bin ich im Nachhinein sehr froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Die Umstellung war dank vieler guter Quellen im Internet und meiner eigenen kleinen Positivliste sehr viel einfacher und unkomplizierter als gedacht. Mittlerweile weiß ich beim Einkauf genau, welche Marken für mich in Frage kommen und ich habe nicht das Gefühl, durch meinen Umstieg etwas zu verpassen.
Im Gegenteil. Ich fühle mich seit meiner Entscheidung, nur noch tierversuchsfreie Kosmetik zu kaufen, sehr viel wohler mit meinem Konsumverhalten in Bezug auf Kosmetik und Pflege und habe jeden Tag ein gutes Gefühl vor dem Spiegel.
Mein nächstes Ziel wird der vollständige Umstieg auf vegane Kosmetik und veganes Makeup. Ich bin sehr zuversichtlich, dass auch dieser Umstieg so gut klappen wird.