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Kategorie: Allgemeines zum Thema Tierversuche

Warum ist täglicher Sonnenschutz wichtig?

Wenn ich meinen Freunden oder Verwandten erzähle, dass ich täglich eine Gesichtscreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor benutze, werde ich meist nur komisch angeguckt und gefragt, ob ich denn nicht gemerkt habe, dass wir grade Winter haben.
Aber ein guter Sonnenschutz ist nicht nur an langen Tagen am Strand und im Hochsommer wichtig.
Warum es unserer Haut gut tut, wenn wir sie jeden Tag mit Sonnencreme schützen und wie wir damit Hautalterung und Hautschäden vorbeugen können, lest ihr in diesem Artikel.

Was ist Sonnenstrahlung eigentlich?

Sonnenlicht besteht aus elektromagnetischen Wellen. Innerhalb eines Spektrums von etwa 400nm bis 700nm (Nanometer) sind diese Wellen für das menschliche Auge als Licht sichtbar. Allerdings gibt es auch einen für den Menschen unsichtbaren Teil der Sonnenstrahlung – die so genannten UV-Strahlen. Diese Strahlen sind für die menschliche Haut potentiell gefährlich, da sie unterschiedlich tief in die Hautschichten eindringen und dort bestimmte Reaktionen auslösen können.

Wie wirkt UV-Strahlung auf die Haut?

Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen der so genannten UV-A-Strahlung und der UV-B-Strahlung.
Die UV-A-Strahlung hat eine Wellenlänge von etwa 320 – 400nm und wirkt in den tieferen Hautschichten bis hin zur Lederhaut. Dort kann sie, wenn man ihr zu lange ausgesetzt ist, die hauteigenen Kollagenfasern schädigen. Kollagen ist in unserer Haut vor allem dafür wichtig, das Hautgewebe elastisch, prall und gut durchfeuchtet zu halten. Wenn unsere Haut also einer zu großen Menge an UV-A-Strahlung ausgesetzt ist, führt das zu einem Elastizitätsverlust, Faltenbildung und vorzeitiger Hautalterung.
Außerdem erhöht die regelmäßige Einwirkung von UV-A-Strahlung das Risiko, an Melanomen – dem so genannten schwarzen Hautkrebs – zu erkranken.
UV-B-Strahlung hat mit 280 – 320nm eine etwas kürze Wellenlänge als UV-A-Strahlung und dringt deshalb nicht so tief in die Haut ein. In der Oberhaut regt die UV-B-Strahlung die Produktion von Melanin an, was zur Bräunung der Haut führt. Setzt man sich über einen längeren Zeitraum einer zu starken UV-B-Strahlung aus, kann das allerdings zum klassischen Sonnenbrand führen. Hierbei kommt es in der Oberhaut zu einer Entzündungsreaktion, die sich durch Rötungen, Blasenbildung und schmerzhafte Schwellungen äußert.

Wie schützt sich die Haut gegen UV-Strahlung?

Glücklicherweise kann sich unsere Haut in einem gewissen Rahmen ganz gut gegen schädliche UV-Strahlung wehren. Je nach Hauttyp reflektiert die oberste Schicht unserer Haut – die Hornhaut – einen gewissen Anteil der UV-Strahlung, der sie ausgesetzt ist. Je dicker die Hornhaut, desto mehr UV-Strahlen kann sie reflektieren. Und je mehr UV-Strahlen die Haut abbekommt, desto dicker wird die Hornhaut – eine so genannte Lichtschwiele entsteht. Damit versucht unsere Haut, eine Schutzbarriere gegen UV-Strahlen aufzubauen.
Ein weiterer Selbstschutzmechanismus der Haut besteht aus der Bildung von Melanin. Melanin ist für die Bräunung der Haut nach Sonneneintrahlung verantwortlich und kann einen Teil der auftreffenden UV-Strahlen aus dem Sonnenlicht filtern, bevor es die tieferen Hautschichten erreicht.
Auf diese Weise kann sich unsere Haut für einen gewissen Zeitraum selbst gegen eine moderate UV-Einstrahlung schützen. Dieser Selbstschutz hält allerdings je nach Hauttyp nur für etwa 5 bis 60 Minuten im Freien an, danach ist unsere Haut auf externen Sonnenschutz angewiesen, um keinen Schaden zu nehmen.

Sollte man täglich Sonnencreme verwenden?

Sobald der Zeitraum des natürlichen Selbstschutzes unserer Haut gegen UV-Strahlung erschöpft ist, fängt die Strahlung an, in unserer Haut zu wirken und dort die Alterung unserer Haut anzukurbeln. Kollagen wird abgebaut, unsere Haut verliert Feuchtigkeit, Fältchen und Pigmentflecken entstehen und das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, steigt.
Und zwar nicht nur an sonnigen Sommertagen. UV-Strahlung gibt es jeden Tag, auch wenn wir sie nicht sehen können. Ob bewölkt oder sonnig, ob Sommer oder Winter. Zwar ist die Stärke der UV-Strahlung im Winter durch die kurzen Tage und die Entfernung zur Sonne etwas geringer als im Sommer, aber sobald es Tageslicht gibt, gibt es auch UV-Strahlung.
Wer sich also täglich länger als ein paar Minuten im Freien aufhält, sollte seiner Haut zu Liebe jeden Tag eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher auf den frei liegenden Körperstellen verwenden. Einerseits um die Haut vor Alterungserscheinungen zu schützen und andererseits, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.

Ungeschützter Aufenthalt in der Sonne kann die Haut langfristig schädigen

Welche Sonnencreme passt zu mir? – Unterschiede zwischen physikalischen und chemischen Filtern

In Bezug auf die Wirkweise von Sonnencremes unterscheidet man zwischen Sonnencremes mit physikalischen Filtern und solchen mit chemischen Filtern.

Physikalische Filter in Sonnencreme

Sonnenschutz mit physikalischen UV-Filtern enthalten winzige Partikel wie zum Beispiel Zinkoxid oder Titanoxid, welche die eintreffende UV-Strahlung streuen und reflektieren und so ein breites Spektrum an UV-A und UV-B-Strahlung unschädlich machen. Physikalische Sonnenschutzfilter dringen dabei nicht in die Haut ein, was sie oft verträglicher macht, als chemische Filter. Sie werden allerdings dadurch auch leichter abgetragen, zum Beispiel durch Schweiß, Wasser oder Reibung. Deshalb sollte man bei der Verwendung von Sonnencremes mit physikalischen Filtern öfter nachcremen.
Ein Nachteil der physikalischen Filter in Sonnencreme ist der weiße Film, den sie auf der Haut hinterlassen können – das so genannte Weißeln. Dieser weiße Film entsteht, weil die Mikropartikel nicht nur das für den Menschen unsichtbare sondern auch das sichtbare Licht reflektieren.

Nanopartikel in Sonnencreme

Da der weiße Film auf der Haut bei der Verwendung von physikalischen Sonnenschutzfiltern oft als unangenehm empfunden wird, verwenden einige Hersteller mittlerweile so genannte Nanopartikel in Sonnenschutzprodukten. Nanopartikel sind wie Mikropartikel physikalische Filter und bestehen ebenfalls oft aus Zinkoxid oder Titanoxid. Der Unterschied im Vergleich zu Mikropartikeln ist ihre Größe. Mit einem Durchmesser von 1 – 100nm sind sie deutlich kleiner als Mikropartikel.
Der Vorteil von Nanopartikeln in physikalischem Sonnenschutz ist, dass die geringere Größe der Partikel dazu führt, dass nur noch die UV-Strahlung reflektiert wird und somit kein weißer Film mehr sichtbar ist.
Allerdings ist bisher ungeklärt, ob Nanopartikel aufgrund ihrer geringen Größe in die Haut eindringen und sich im Körper ablagern können. Insbesondere für strapazierte, geschädigte oder sehr trockene Haut mit geschwächter Hautbarriere werden Sonnenschutzprodukte mit Nanopartikeln nicht empfohlen.
Sonnencremes, die solche Nanopartikel enthalten, müssen in den Inhaltsstofflisten explizit darauf hinweisen.

Chemische Filter in Sonnencreme

Sonnenschutz mit chemischen Filtern enthält meist Stoffe, die aus Salizylsäure, Campher oder Zimtsäure gewonnen werden. Diese Stoffe absorbieren die kurzwelligen und energiereichen UV-Strahlen und wandeln sie in langwellige Wärmestrahlung um, welche der Haut nicht mehr schaden kann.
Im Gegensatz zu physikalischen Filtern ziehen chemische Filter in die Haut ein, um dort wirken zu können. Deshalb ist es bei der Verwendung von chemischen Sonnenschutzfiltern wichtig, die Sonnencreme mindestens 30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien zu verwenden.
Zwar kann man chemische Filter nicht ganz so leicht versehentlich abwischen wie physikalische Filter, allerdings zersetzen sie sich mit der Zeit, während sie ihre Arbeit tun und die UV-Strahlen absorbieren. Deshalb ist es auch bei Sonnenschutz mit chemischen Filtern wichtig, regelmäßig nachzucremen.

Mit einer Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor ist die Haut den ganzen Tag vor vorzeitiger Hautalterung geschützt

Der Lichtschutzfaktor – wie hoch sollte er sein?

Der so genannte Lichtschutzfaktor (LSF) oder auch sun protection factor (SPF) auf Sonnencreme und anderen Sonnenschutzprodukten gibt an, um welchen Faktor sich die Zeitspanne, in welcher die Haut gegen Sonnenschäden geschützt ist, bei Anwendung des Produktes verlängert. Um diese Zeitspanne zu berechnen, wird die natürliche Eigenschutzzeit der Haut mit dem Lichtschutzfaktor multipliziert. Die Zeit, in der sich unsere Haut selbst gegen UV-Strahlung aus Sonnenlicht schützen kann, ist abhängig vom Hauttyp und variiert zwischen etwa 5 Minuten bei sehr heller Haut und etwa 60 Minuten bei dunkler Haut.
Ein Mensch mit eher heller Haut und einer Eigenschutzzeit von 15 Minuten könnte sich also theoretisch mit Verwendung einer Sonnencreme mit LSF 30 450 Minuten (7,5 Stunden) im Freien aufhalten, ohne dass Hautschäden entstehen.
Damit über diesen Zeitraum auch tatsächlich ein guter Schutz vor UV-Strahlen besteht, muss allerdings eine ausreichende Menge an Sonnencreme aufgetragen werden. Als Richtwert gilt hier eine Menge von 2 Mikrogramm Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut. Für das Gesicht entspräche das etwa einer Menge von zwei Fingerlängen Sonnencreme.
Wird weniger Sonnencreme verwendet, verringert sich die Zeit, in der die Haut geschützt ist. Auch ist bei Sonnencremes mit physikalischen Filtern darauf zu achten, dass nach einem Bad oder schweißtreibenden Aktivitäten nachgecremt werden sollte.
Für den täglichen Sonnenschutz – insbesondere im Gesicht – empfehlen sich deshalb Sonnencremes mit einem Lichtschutzfaktor von 30 oder höher. Im Sommer oder im Strandurlaub und bei besonders heller Haut ist auch ein Lichtschutzfaktor von bis zu 50 oder mehr empfehlenswert, um die Haut den ganzen Tag vor UV-Strahlung und damit einhergehender Hautalterung und langfristigen Hautschäden zu schützen.

5 Inhaltsstoffe in Kosmetik, die unserer Haut schaden können

Ob Gesichts-, Körper- oder Haarpflege – jedes Kosmetikprodukt besteht aus einer mehr oder weniger umfangreichen Liste an Inhaltsstoffen. Und jede Substanz, die unsere Haut berührt, wirkt auf irgendeine Weise auf sie. Viele Inhaltsstoffe haben eine positive Wirkung auf unsere Haut, die meisten schaden ihr zumindest nicht. Aber es gibt auch eine Reihe von schlechten Inhaltsstoffen in Kosmetik, die man vermeiden sollte. Entweder weil sie gesundheitsschädlich sein können, Allergien auslösen oder krebserregend wirken können oder die Hautalterung beschleunigen.
In diesem Beitrag möchte ich euch 5 Inhaltsstoffe vorstellen, auf die ihr in euren Pflegeprodukten eurer Haut zu Liebe lieber verzichten solltet und euch erklären, warum sie schlecht für eure Haut sein können.

vergällter Alkohol

Alkohole sind in unterschiedlichen Formen in vielen Kosmetika enthalten. Insbesondere in Naturkosmetik kommen sie oft als Konservierungsmittel oder Fettlöser zum Einsatz, um auf synthetische Lösungsmittel und Parabene verzichten zu können. Das ist prinzipiell eine gute Sache, denn Parabene sind nicht unumstritten und stehen noch immer im Verdacht, krebserregend wirken zu können. Außerdem sind sie sehr viel schädlicher für die Umwelt als Alkohole.
Problematisch wird Alkohol als Inhaltsstoff in unserer Hautpflege dann, wenn es sich um vergällten Alkohol handelt. Dieser ist sehr viel günstiger als die unvergällte Variante des Alkohols, weil er nicht unter die Alkoholsteuer fällt. Das Vergällen von Alkoholen geschieht mit Hilfe von Phthalaten, welche über die Haut aufgenommen werden können. Dort können sie die Zellstruktur der Haut schädigen, die Hautalterung beschleunigen, die Haut austrocknen und sogar die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Vergällter „schlechter Alkohol“ zählt also zu den schlechten Inhaltsstoffen, auf die man möglichst verzichten sollte. Es gibt aber glücklicherweise auch „guten Alkohol“, so genannte Fettalkohole. Diese werden aus pflanzlichen Fettsäuren gewonnen und wirken als Weichmacher und Verdicker in vielen Pflegeprodukten. Fettalkohole wirken auf unsere Haut nicht reizend, halten sie weich und geschmeidig und sind nicht komedogen. Fettalkohole sind als Inhatsstoff in der Hautpflege den vergällten oder denaturierten Alkoholen also vorzuziehen.

Wie erkenne ich „gute“ und „schlechte“ Alkohole?

Wenn man sich die Inhaltsstoff-Listen auf Kosmetikprodukten anguckt, stößt man schnell auf viele für den Nicht-Chemiker unverständliche Begriffe. Allein Alkohole können unter 12 verschiedenen Bezeichnungen auftauchen. Welche davon sind jetzt aber die guten Fettalkohole und welche die schlechten Alkohole?

Zu den guten Alkoholen gehören:

Behenyl Alcohol, Cetearyl Alkohol, Cetyl Alcohol, Lanolin Alcohol, Stearyl Alcohol

Zu den schlechten Alkoholen gehören:

Alcohol denat., Benzyl Alcohol, Ethanol, Ethyl Alcohol, Isopropyl Alcohol, Methanol, SD Alcohol

Außer auf schlechte Alkohole solltet ihr in diesem Zusammenhang auch auf alles verzichten, was „Phthalate“ im Namen hat, wie zum Beispiel Butyl Benzyl Phthalate oder Diethyl Phthalate.

Wenn eure Haut sensibel auf denaturierte Alkohole reagiert und ihr sie vor unnötiger Reizung, vorzeitiger Alterung und dem Austrocknen bewahren wollt, greift ihr also lieber zu Produkten, die Alkohole aus der ersten Kategorie enthalten.
Leider kommt es hin und wieder vor, dass gerade auf Naturkosmetik-Produkten in den Inhaltsstoff-Listen lediglich der Begriff „Alkohol“ ohne nähere Angaben auftaucht. Hierbei handelt es sich leider oftmals um den günstigeren vergällten Alkohol. Wenn ihr ganz sicher gehen wollt, fragt ihr in diesem Fall lieber direkt beim Hersteller nach, um welchen Alkohol es sich genau handelt.

Parfüme und synthetische Duftstoffe

Ein weiterer potentiell schädlicher Inhaltsstoff, der in vielen Kosmetik- und Pflegeprodukten vorkommt, ist Parfum. Parfüme oder auch synthetische Duftstoffe werden oft in Cremes, Seren, Shampoo oder Lotion eingesetzt, um dem Produkt einen angenehmen Duft zu verleihen und chemische Gerüche zu überdecken.
Synthetische Duftstoffe sowie einige aus natürlichen Substanzen extrahierte Duftstoffe können auf unsere Haut aber sehr reizend wirken, Unverträglichkeiten und sogar dauerhafte Allergien auslösen. Dies äußert sich oft in juckender, schuppender Haut, Ausschlägen, Ekzemen oder Schwellungen.

Wie erkenne ich besonders allergene Duftstoffe und Parfüme?

Einige Duftstoffe gelten als besonders allergenisierend und müssen deshalb in Inhaltsstoff-Listen gesondert deklariert werden, dürfen also nicht nur als „Parfum“ oder „planzliche Duftstoffe“ aufgeführt werden.

Zu den besonders reizenden Duftstoffen gehören unter anderem:

Citral, Eugenol, Hydroxycitronellal, Benzyl Salicylate, Cinnamal, Coumarin, Geraniol, Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyd, Farnesol, Butylphenyl Methylpropional, Linalool, Benzyl Benzoate, Citronellol und Limonene

Auch die natürlichen Extrakte des Eichenmooses und Baummooses (Evernia Prunastri Extract und Evernia Furfuracea Extract) gelten als besonders reizende Inhatsstoffe.
Eine vollständige Liste der potentiell allergenen deklarationspflichtigen Duftstoffe findet ihr auf dieser Inhaltsstoff-Liste von AGES.

Insbesondere wenn ihr sensible Haut habt, zu Allergien neigt oder Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Rosacea habt, solltet ihr auf den Inhatsstoff-Listen eurer Pflegeprodukte auf diese potentiell schädlichen Duftstoffe und Parfüme achten.

Paraffine und Mineralöle

Paraffine, Mineralöle, Erdöle oder auch Vaseline genannt, sind nicht nur aufgrund ihrer Gewinnungsverfahren schädlich für die Umwelt. Sie können auch der menschlichen Haut schaden, wenn sie regelmäßig benutzt werden.
Auf den Inhaltsstoff-Listen von Gesichts- und Körperpflege tauchen Paraffine deshalb so oft auf, weil sie als Nebenprodukt der Erdölverarbeitung ein günstiger Füllstoff sind. Paraffine und Mineralöle halten lange, ohne ranzig zu werden, lassen Pflegeprodukte glänzend und geschmeidig wirken und verbinden sich gut mit anderen Fetten.
Für unsere Haut aber sind Paraffine und Mineralöle alles andere als gut. Sie legen sich als Film auf die Haut, ziehen nicht in sie ein, verstopfen die Poren und stören so die natürlichen Atmungs- und Regenerationsprozesse der Haut. Die Haut fühlt sich dann zwar oft weich und geschmeidig an, trocknet aber von innen heraus langsam aus, weil keine wirklich nährenden Substanzen mehr in die Haut eindringen können. Dies führt dann oft zu einer gefühlten Abhängigkeit der Haut von paraffinhaltigen Pflegeprodukten.

Wie erkenne ich Mineralöle und Paraffine in Kosmetika?

Auf den Inhaltsstoff-Listen von Pflegeprodukten tauchen Paraffine und Mineralöle unter verschiedenen Namen auf.

Die gebräuchlichsten Namen für Mineralöle in Kosmetik sind:

Cera Microcristallina, Ceresin, Microcrystalline Wax, Mineral Oil, Ozokerite, Paraffinum Liquidum, Petrolatum

Von der regelmäßigen Anwendung von Paraffinen und Mineralölen ist in jedem Fall abzuraten, ganz besonders aber, wenn ihr trockene oder geschädigte Haut habt. Auch reifer Haut schaden Paraffine besonders, da sie Trockenheit und Faltenbildung verstärken können.
Als Alternative zu Mineralölen sind planzliche Öle und Fette empfehlenswert, weil diese gut von der Haut aufgenommen werden können, ohne die Hautatmung zu beeinträchtigen.

schlechte Inhaltsstoffe in Kosmetik und Pflegeprodukten können der Haut schaden

PEGs und scharfe Tenside

Waschsubstanzen, auch Tenside genannt, sorgen in den meisten Shampoos, Duschgelen und Badezusätzen für viel Schaum und eine gute und schnelle Reinigung. Sie entfernen Schmutz, Hautfett und Schweiß und hinterlassen saubere Haut und Haare. Aber Tenside sind nicht gleich Tenside. Die so genannten Polyethylenglykole (PEGs) sind synthetische Waschsubstanzen, die gerne wegen ihrer guten Reinigungswirkung und Schaumbildung eingesetzt werden. Sie sind günstig und oft der Hauptbestandteil von herkömmlichen Duschgelen und Shampoos.
Für unsere Haut sind sie deshalb schädlich, weil sie nicht nur Schmutz entfernen, sondern auch die natürliche Hautschutzbarriere schwächen, der Haut Feuchtigkeit entziehen und sie durchlässiger für Giftstoffe machen. Regelmäßige Verwendung von Kosmetika mit einem hohen Anteil an synthetischen Tensiden kann also die Haut austrocknen und sie nachhaltig schwächen. Die Folge sind trockene, spannende Haut, Juckreiz, Ekzeme oder Schuppen.

Wie erkenne ich scharfe Tenside?

Die mit Abstand schärfsten Tenside mit der größten austrocknenden Wirkung auf Haut und Haare sind die so genannten anionischen Tenside (PEGs). Die waschaktiven Verbindungen in anionischen Tensiden beinhalten meist Natrium (Sodium) oder Ammonium, was auch im Namen auf den Inhaltsstoff-Listen erkennbar ist.

Zu den anionischen Tensiden gehören zum Beispiel:

Sodium Lauryl Sulfat, Disodium Laureth Sulfosuccinate, Ammonium Lauryl Sulfat, Sodium Lauryl Sulfoacetate

Weniger austrocknend wirken die so genannten amphoteren Tenside. Zu ihnen zählen beispielsweise die so genannten Betaine und die Sultaine. Diese Namensbestandteile findet man auch in den Inhaltsstoff-Listen von Shampoo und co.

Zu den amphoteren Tensiden gehören zum Beispiel:

Cocoamidopropyl Betain, Cocoamidopropyl Hydroxysultain

Die so genannten kationischen Tenside kommen oft in Spülungen und Haarkuren, aber auch in Weichspülern und Desinfektionsmitteln vor, weil sie zwar nur eine geringe Reinigungswirkung haben, dafür aber als oberflächenglättende Filmbildner wirken. Sie wirken zwar weniger austrocknend auf die Haut als anionische Tenside, können aber dafür die Haut stärker reizen und sind biologisch sehr schlecht abbaubar.

Zu den kationischen Tensiden in Kosmetika gehören unter anderem:

Polyquaternium, Centrimonium Chlorid, Acetamidopropyl Trimonium Chloride, Quaternium, Behentrimonium Chloride

Die am hautfreundlichsten Tenside sind mit Abstand die nichtionischen Tenside. Sie bestehen oft aus Fettalkoholen und Monosacchariden, sind biologisch gut abbaubar und auch oft in Naturkosmetik zu finden. Ihre austrocknende Wirkung ist vergleichsweise gering und sie schädigen die Hautbarriere sehr viel weniger als synthetische PEGs.

Zu den nichtionischen Tensiden zählen zum Beispiel:

Coco Glucoside, Decyl Glucoside, Alkylpolyglucoside

Insbesondere wenn ihr trockene, sensible oder geschädigte Haut habt, empfiehlt es sich also, Reinigungsprodukte auf Basis von nichtionischen Tensiden zu verwenden. Diese sind nicht nur schonender zur Haut sondern auch zur Umwelt.

Diese schlechten Inhaltsstoffe solltest du in deiner Körperpflege vermeiden

Formaldehyde und Formaldehydabspalter

Formaldehyde und verschiedene Substanzen, die aus Formaldehyd abgespalten werden, kommen in Kosmetik- und Pflegeprodukten vor allem als Konservierungsstoff, Lösungsmittel und in Nagelhärtern zum Einsatz. Aber auch in Selbstbräunern und Haarpflegeprodukten finden sich Formaldehydabspalter. Besonders gern verwendet werden verschiedene Formen von Formaldehydabspaltern hierfür aufgrund ihrer Fähigkeit, besonders stabile Verbindungen zu bilden.
Wenn Formaldehyd aber in zu großen Mengen oder regelmäßig mit Haut oder Schleimhäuten in Kontakt kommt oder eingeatmet wird, kann es zu Reizungen der Atemwege, Schleimhäute und der Haut kommen. Formaldehyd kann die Hautschutzbarriere massiv stören, die Haut austrocknen und die Hautzellen angreifen. Das führt zu trockener, juckender Haut, schneller Hautalterung, Allergien, Ekzemen und teilweise sogar zu Schlaf- und Gedächtnisstörungen. Hohe Konzentrationen an Formaldehyd können zudem krebserregend wirken.

Wie erkenne ich Formaldehydabspalter in Kosmetika?

Nicht nur das eigentliche Formaldehyd ist schädlich für die Haut und die Umwelt, auch bestimmte Stoffe, die bei der Zersetzung von Formaldehyd entstehen, können den Organismus schädigen.

Solche Formaldehydabspalter sind zum Beispiel:

Diazolidinyl Urea, Dimethyl Imidazolidione, DM Hydantoin, Imidazolidinyl Urea, Methyldibromo Glutaronitrile, Quaternium-15, Sodium Hydroxymethyl Glycinate, 2-Bromo-2-Nitropropane, 5-Bromo-5-Nitro-Dioxane

In Naturkosmetik sind Formaldehyd und seine Abspalter glücklicherweise verboten, aber beim Kauf von konventionellen Selbstbräunungsprodukten, Nagelhärtern und Nagellacken sollte man auf oben genannte Stoffe achten. Vor allem dann, wenn man unter Allergien leidet, Hautkrankheiten hat oder unter Krankheiten der Atemwege leidet.

Wer langfristig auf schlechte Alkohole, allergene Duftstoffe, Paraffine, scharfe Tenside und Formaldehyde in seinen Pflegeprodukten verzichtet, tut seiner Haut und seiner Gesundheit einen großen Gefallen und vermeidet viele Ursachen trockener Haut, vorzeitiger Hautalterung und Fältchenbildung. Außerdem beugt ihr damit Kontaktallergien, Ekzemen und Atemwegserkrankungen vor und tut auch der Umwelt etwas Gutes.
Wenn ihr auf der Suche nach Inspiration zu Hautpflege ohne schlechte Inhaltsstoffe und Schadstoffe seid, hilft euch unser Artikel über vegane und tierversuchsfreie Gesichtspflege weiter.
Noch mehr Informationen über Inhalttstoffe in Kosmetik und Pflegeprodukten, ihre Wirkungen und Risiken und ihre Umweltverträglichkeit sowie eine praktische App für unterwegs gibt es auch auf Codecheck.

Makeup-Pinsel aus Naturhaar – wo kommen die Haare her?

Obwohl es heutzutage viele gute synthetische Alternativen zu Make-Up-Pinseln aus echtem Tierhaar gibt, sind Naturhaar-Pinsel für Kosmetik und Makeup immer noch weit verbreitet. Aber von welchen Tieren kommen die für Naturhaar-Pinsel genutzten Haare? Und wie genau werden die Haare gewonnen und verarbeitet?

Von welchen Tieren kommen die Haare für Make-Up-Pinsel aus Naturhaar?

synthetische vegane Makeup Pinsel

Für die Herstellung von Kosmetikpinseln aus Naturhaar werden überwiegend Haare, Borsten und Fell von Wildtieren wie Dachs, Iltis, Wiesel, Bär oder von Wildschweinen verwendet. Aber auch Haare von domestizierten Tieren wie Pferde, Schweine, Ziegen oder Rinder werden genutzt. Besonders gefragt sind hierbei die Rückenhaare der kleineren Wirbeltiere wie Dachs und Iltis, Haare von den Ohrrändern von Rindern und Ziegen sowie die Schweif- und Mähnenhaare von Pferden.

Wie werden die Haare für Kosmetikpinsel aus Naturhaar gewonnen?

Der größte Anteil der in der Herstellung von Make-Up-Pinseln aus Echthaar verwendeten Tierhaare stammt aus dem asiatischen Raum und wird oft aus China, Russland und Korea importiert. Die genauen Bedingungen, unter denen die Haare dort gewonnen werden, bleiben dabei oft unklar.
Insbesondere bei der Gewinnung von Haaren von Wildtieren ist die wohl verbreitetste Methode, die Tiere in der Wildbahn mit Hilfe von Fangschlingen und Fangeisen einzufangen und später zur Gewinnung ihrer Haare zu töten.
Diese Methode ist für die Wildtiere meist mit langwierigen Schmerzen verbunden, da die verwendeten Fallen die Tiere zwar nicht sofort töten, ihnen aber schwere Verletzungen zufügen. Oft kommt es vor, dass die Tiere stunden- oder tagelang mit Knochenbrüchen, Frakturen oder Fleischwunden in den Fallen liegen, bis sie sterben oder eingesammelt werden.

Eine weitere Quelle für Tierhaare zur Herstellung von Kosmetikpinseln sind Kürschnereien. Hier werden Kleintiere wie Nerze, Wiesel und Dachse oft ausschließlich zu dem Zweck gezüchtet, von ihnen Leder und Fell zu gewinnen. Die Tiere verbringen ihr Leben meist in Gefangenschaft und werden im Erwachsenenalter getötet und gehäutet.
Die dabei anfallenden Nebenprodukte wie Haare und Borsten werden dann zur Herstellung von Pinseln und Bürsten weiterverkauft.
Auch diese Methode der Gewinnung von Naturhaar für Make-Up-Pinsel ist für die Tiere mit erheblichem Stress, Leid und Schmerzen verbunden und führt letztendlich zu ihrem Tod.

Auch Schlachthöfe für domestizierte Schlachttiere wie Rinder und Schweine liefern den Herstellern von Naturhaar-Pinseln oft Nebenprodukte zur Weiterverarbeitung. Insbesondere die Borsten vom Rücken von Schweinen und von Rinderohren werden hier verwendet. Auch wenn es sich hier um Nebenprodukte handelt und die Tiere nicht ausschließlich zur Gewinnung ihrer Haare getötet werden, ist das Leben der Tiere auch hier meist geprägt von den Qualen der Massentierhaltung und selten artgerecht.

Makeup Pinsel aus Naturhaar

Welche veganen Alternativen gibt es zu Make-Up-Pinseln aus Naturhaar?

Glücklicherweise gibt es mittlerweile eine große Auswahl an alternativen Rohstoffen zur Herstellung von qualitativ hochwertigen Kosmetikpinseln, für die kein Tier leiden muss.
Die meisten veganen Pinsel für Makeup und co. bestehen heutzutage aus synthetischen Borsten. Diese werden überwiegend aus verschiedenen künstlichen Polyamiden wie Nylon, Perlon oder Tynex hergestellt. Besonders weich und flexibel sind hierbei Carbon-Fasern aus Polyester.
Durch ihre synthetischen Fasern sind solche Kosmetikpinsel aus Kunststoff nicht nur vegan sondern auch günstiger in der Herstellung, langlebiger und weniger empfindlich als Naturhaarpinsel. Außerdem sind sie optimal für Allergiker geeignet und lassen sich besonders gut reinigen.

Sehr viel weniger verbreitet in Pinseln für Makeup und Kosmetik sind planzliche Fasern wie Sisal, Kokos oder Fasern der Agavenpflanze, so genanntes Fibre. Aufgrund ihrer rauhen Oberflache, dem verhältnismäßig großen Durchmesser und eher kurzen Lebenszeit, kommen solche Fasern allerdings überweigend in Haushaltsbürsten wie Schuh- und Gemüsebürsten und im Malbedarf zum Einsatz und sind für die Herstellung von Kosmetikpinseln meist eher ungeeignet.

Eine weitere Alternative zum klassischen Kosmetikpinsel aus Tierhaar sind Makeup-Schwämme. Diese kommen in verschiedenen Größen und Ausführungen vor allem zum Auftragen von Cremeprodukten und flüssigem Makeup wie zum Beispiel Foundation zum Einsatz, können aber auch für Lidschatten und Puderprodukte verwendet werden.
Solche Makeup Schwämme bestehen meist aus einem latexfreien, dichten und elastischen Kunststoffmaterial und sind deshalb zwar für Allergiker genauso geeignet wie synthetische Pinsel, lassen sich allerdings etwas schwieriger reinigen als Pinsel.

Woher bekomme ich vegane Makeup-Pinsel?

Kosmetikpinsel aus veganen Synthetikfasern sind mittlerweile zum Glück weit verbreitet und oft sogar preiswerter als Make-Up-Pinsel aus tierischen Materialien.
Viele gängige Drogerien wie dm und Rossmann bieten vegane Makeup Pinsel an. Die meisten Pinsel der Eigenmarken ebelin (dm) und for your beauty (Rossmann) sind vegan und tierversuchsfrei und haben dabei ein gutes Preis-Leistungs-Verhätnis.
Auch die Kosmetikpinsel von Real Techniques sind vegan und mittlerweile bei dm erhältlich.
In den meisten Parfümerien und Onlineshops gibt es mittlerweile eine große Auswahl an veganen Kosmetikpinseln. Besonders empfehlenswert sind hier die veganen Makeup-Pinsel von Zoeva und Sigma.
Mehr über die besten veganen Pinsel für Makeup und co. könnt ihr in unserem Produktvergleich zum Thema Kosmetikpinsel lesen.

Tierversuchsfreie Kosmetikmarken und ihre Mutterkonzerne

Mutterunternehmen und Tochterunternehmen in der Kosmetikindistrie – das hört man immer wieder. Gerade wenn man anfängt, sich mit tierversuchsfreier Kosmetik zu beschäftigen und auf der Suche nach Marken ohne Tierversuche ist.
Aber was bedeutet das eigentlich? Was ist ein Mutterunternehmen und was ein Tochterunternehmen? Wenn das Mutterunternehmen Tierversuche durchführt – tun das dann auch die Tochterunternehmen? Und unterstütze ich automatisch den Mutterkonzern, wenn ich etwas von einem Tochterkonzern kaufe?

Was genau bedeutet das eigentlich – Mutterkonzern und Tochterkonzern?

In der Wirtschaft spricht man dann von einem Tochterunternehmen oder auch Tochterkonzern, wenn entweder mindestens 50 Prozent der Anteile des Tochterunternehmens von einem anderen Unternehmen, dem Mutterkonzern, gehalten werden oder wenn aufgrund eines Beherrschungsvertrages, der Unternehmenssatzung oder etwas ähnlichem ein herrschender Einfluss des Mutterunternehmens auf das Tochterunternehmen vorliegt.
Das bedeutet, dass das Mutterunternehmen über eine teilweise Entscheidungsgewalt über die Interessen des Tochterunternehmens verfügt oder kurz gesagt im Tochterunternehmen mitbestimmt und an Entscheidungen beteiligt ist.
Abgesehen von dem Mitbestimmungsrecht des Mutterunternehmens fließen bei einer Mutter-Tochter-Vereinbarung zwischen Unternehmen auch viele Gelder zwischen Mutter und Tochter. Das bedeutet, dass sowohl das Mutterunternehmen das Tochterunternehmen mitfinanziert als auch dass Einnahmen des Tochterkonzerns oft auch an den Mutterkonzern fließen.

Warum sind Beziehungen zwischen Mutterkonzern und Tochterkonzern wichtig, wenn es um tierversuchsfreie Kosmetik geht?

Wenn ihr aus ethischen Gründen Wert darauf legt, auf im Tierversuch getestete Kosmetikprodukte zu verzichen, dann werdet ihr eventuell ein ungutes Gefühl dabei haben, von Unternehmen zu kaufen, die eine nicht tierversuchsfreie Muttergesellschaft haben. Und das zu Recht. Denn oft fließen die Einnahmen des Tochterunternehmens auch teilweise in die Muttergesellschaft. Das bedeutet, dass man mit dem Kauf der Produkte der Tochter auch die Tierversuche der Mutter unterstützt, selbst wenn das Tochterunternehmen keine Tierversuche macht.
Wenn man also beispielsweise ein Produkt von Smashbox kauft, spühlt man damit ungewollt Geld in die Kasse der Estée Lauder Gesellschaft. Auch wenn Smashbox an sich also keine Tierversuche für seine Prosukte durchführt, unterstützt man eventuell unabsichtlich ein Unternehmen, das das durchaus tut.
Leider sind die genauen Vereinbarungen zwischen den Mutter- und Tochterkonzernen oft nicht transparent, sodass man so gut wie gar nicht herausfinden kann, ob denn im konkreten Fall tatsächlich Geld an den Mutterkonzern fließt. Deshalb gehe ich in solchen Fällen ganz allgemein von einer indirekten Unterstützen der Muttergesellschaft aus.

Mutterkonzerne und Tochterkonzerne sind in der Kosmetikindustrie keine Seltenheit

Sollte man keine Kosmetik von tierversuchsfreien Marken kaufen, die zu nicht tierversuchsfreien Konzernen gehören?

Vielleicht kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch freut, einen Hersteller gefunden zu haben, den ihr mögt und der zudem auch noch keine Tierversuche durchführt und dann herausfindet, dass dieser Hersteller zu einem Mutterkonzern gehört, der nicht tierversuchsfrei ist. Ob das ein Ausschlussriterium ist, wenn es darum geht, die Produkte des Tochterunternehmens zu kaufen, sollte jeder für sich selbst entscheiden.
Auf der einen Seite finanziert man mit Käufen bei den Töchtern der meisten Kosmetikriesen tatsächlich auch die Mutter und damit indirekt auch deren Tierversuche.
Auf der anderen Seite kann das Unterstützen von tierversuchsfreien Tochterunternehmen auch positive Effekte haben. Denn auch wenn von einem Kauf der Produkte von tierversuchsfreien Tochtermarken indirekt auch das Mutterunternehmen profitiert, bleibt die Verbraucherstimme gegen Tierversuche mit der Entscheidung für das tierversuchsfreie Tochterunternehmen bestehen und wird früher oder später auch von den Mutterkonzernen gehört. Zum Thema Verbraucherstimme und über den Einfluss der Verbraucher auf die Tierversuchspolitik habe ich euch in meinen 5 Gründen für tierversuchsfreie Kosmetik berichtet.
Ein weiteres Argument für den Kauf von tierversuchsfreier Kosmetik von Tochterunternehmen kann in einzelnen Fällen auch eine Stärkung des Tochterunternehmens mit dem Ziel der Unabhängigkeit vom Mutterkonzern sein. Einige kleine Hersteller haben sich mit steigender Popularität von ihren Elternunternehmen gelöst und produzieren nun unabhängig (und ohne Tierversuche).

Welcher nicht tierversuchsfreier Mutterkonzern hat welche Tochterunternehmen?

An dieser Stelle habe ich versucht, euch einen kurzen Überblick über die größten internationalen Kosmetikkonzernen und ihren Tochterunternehmen zusammen zu stellen. Die hier aufgeführten Mutterunternehmen sind alle nicht tierversuchsfrei. Das solltest du beim Einkauf der Tochtermarken beachten, falls dieses Kriterium für dich relevant ist.
Bitte beachte, dass die Listen nicht vollständig sind. Über einen Klick auf den Namen der Muttergesellschaft kommst du zu einer vollständigen und aktuellen Liste auf der Homepage der Unternehmen selbst.

Moet Hennessy Louis Vuitton

  • Make Up For Ever
  • benefit cosmetics
  • Dior
  • Guerlain
  • Givenchy

Estée Lauder Companies

  • MAC Cosmetics
  • BECCA
  • Too Faced
  • Clinique
  • Tom Ford
  • Bobbi Brown
  • Smashbox

L’Oréal Group

  • Lancome
  • Giorgio Armani
  • Yves Saint Laurent
  • Kiehl’s
  • Urban Decay
  • it Cosmetics
  • Garnier
  • NYX
  • Essie
  • Maybelline

Coty Group

  • Wella
  • OPI
  • Rimmel
  • Bourjois
  • Sally Hansen
  • Max Factor
  • Marc Jacobs
  • Astor
  • Manhattan

Beiersdorf Gruppe

  • NIVEA
  • Eucerin
  • Labello
  • Florena
  • 8×4

Mein Umstieg auf tierversuchsfreie Kosmetik

Umstieg auf tierfreundliche und vegane Kosmetik
Vielleicht spielst auch du gerade mit dem Gedanken, dich von im Tierversuch getesteten Kosmetik- und Pflegeprodukten zu verabschieden oder bist schon dabei, dein Bad langsam mit neuen tierversuchsfreien Lieblingsprodukten zu füllen?
Oder du bist auf der Suche nach Denkanstößen und Informationen zum Thema Tierversuche und dem Umstieg auf tierversuchsfreie Kosmetik?
Dann bist du hier richtig. In diesem Artikel möchte ich euch von meiner Reise hin zu tierversuchsfreier und überwiegend veganer Kosmetik und Pflege erzählen, euch ein paar Tipps geben, um den Umstieg einfacher und unkomplizierter zu machen und euch ermutigen, einfach anzufangen. Es lohnt sich. Versprochen.

Warum ich lange nicht auf tierversuchsfreie Kosmetik umgestiegen bin

Die Begeisterung für Hautpflege, Inhaltsstoffe und Makeup begleitet mich schon seit über fünf Jahren. Mein Fokus lag dabei lange Zeit hauptsächlich auf den verschiedenen Inhaltsstoffen, ihrem Nutzen oder Nicht-Nutzen. Ich habe viele verschiedene Produkte ausprobiert und mich an ihnen erfreut. An den Produktionsprozess dahinter oder an eventuelles Leid hinter diesen Produkten habe ich dabei nur selten gedacht. Leider.
Das lag zum Teil an meiner Unwissenheit in Bezug auf das Thema Tierversuche. Ich dachte lange Zeit, dass Tierversuche heutzutage doch sicher nur noch in der Pharmaindustrie zum Einsatz kommen und dass Kosmetik und Makeup doch sicher nicht mehr an Tieren getestet wird. Damit lag ich leider weit daneben.
Zum Teil lag es aber auch an einer Reihe von Bedenken, die ich in Bezug auf den Umstieg hatte. In meiner Vorstellung waren tierversuchsfreie und vegane Produkte teuer und schwer zu bekommen. Abgesehen davon wollte ich natürlich auch nicht auf meine Lieblingsprodukte verzichten.
Dass ich mit all meinen Bedenken falsch lag, hat sich vor etwa zwei Jahren herausgestellt.

Warum ich doch auf tierversuchsfreie Komsetik umgestiegen bin

Vor mittlerweile zwei Jahren habe ich angefangen, mein Konsumverhalten sehr kritisch zu hinterfragen und es zu reduzieren. Ich habe angefangen, mich zu fragen, wo diese Produkte, die ich kaufe, eigentlich herkommen, wie sie produziert werden und was das für Menschen und Umwelt bedeutet.
Seit dem kaufe ich sehr viel bewusster ein, habe meinen Besitz stark reduziert und achte auf die Produktionsprozesse hinter meiner Kleidung, meinen Möbeln und auch meiner Kosmetik. Und seit dem fühle ich mich sehr viel freier und wohler in meiner Haut.
Auch mit dem Thema Tierversuche habe ich mich in dieser Zeit sehr intensiv auseinandergesetzt. Wochenlang habe ich recherchiert, was Tierversuche eigentlich sind, warum sie immer noch durchgeführt werden, was es für Alternativen zu Tierversuchen gibt und wie ich Produkte ohne Tierversuche erkenne. Die Ergebnisse meiner Recherchen habe ich auf meiner Homepage mit euch geteilt, um euch den Einstieg in das Thema so leicht wie möglich zu machen.
Während meiner Recherche habe ich gelernt, dass viele meiner anfänglichen Bedenken in Bezug auf den Umstieg auf tierversuchsfreie und vegane Komsetik gar nicht zutreffen.

Meine anfänglichen Bedenken vor dem Umstieg auf tierversuchsfreie Kosmetik

  1. Es ist kompliziert und zeitaufwendig, tierversuchsfreie Kosmetik zu recherchieren.

    Nach den ersten Stunden meiner Recherche hatte ich bereits einen recht guten Überblick darüber, welche Hersteller Tierversuche durchführen und welche nicht. Hierzu habe ich hauptsächlich die Positivliste von PETA, den Blog von Erbse (an dieser Stelle eine große Empfehlung) und diverse Zertifizierungen und Labels für vegane Kosmetik und Naturkosmetik zu Rate gezogen. Auch bieten viele Onlineshops mittlerweile eine relativ verlässliche Kennzeichnung von veganen tierversuchsfreien Produkten in ihren Artikelbeschreibungen an.
    Mittlerweile weiß ich im Schlaf, welche Hersteller für mich in Frage kommen und welche nicht. Wenn mir eine neue Marke über den Weg läuft, frage ich die oben genannten Quellen oder auch direkt beim Hersteller an.

  2. Vegane und tierversuchsfreie Kosmetik ist teurer als konventionelle Kosmetik.

    Auch das trifft zum Glück meistens nicht zu. Während meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass die Eigenmarken der gängigen Drogerien in Deutschland tierversuchsfrei sind. Auch bietet die Drogerie mittlerweile viele vegane Produkte und günstige Naturkosmetik an. Diese Produkte sind meist entsprechend zertifiziert und deshalb beim Einkauf schnell und gut zu erkennen.
    Abgesehen von der Drogerie gibt es auch in Supermärkten günstige tierversuchsfreie Produkte (zum Beispiel die REWE-Marken) und viele Parfümerien bieten ebenfalls verhältnismäßig günstige Kosmetik ohne Tierversuche an (zum Beispiel die Douglas-Eigenmarken).

  3. Tierversuchsfreie und vegane Kosmetik ist schwer zu bekommen.

    Meine Angst, bei einem Umstieg alle Produkte im Internet bestellen zu müssen oder nur noch in bestimmten Läden einkaufen zu können, hat sich ebenfalls nicht bewahrheitet. Die gängigen Drogeriemärkte in Deutschland dm, Rossmann und Müller bieten eine große Auswahl tierversuchsfreier und teilweise veganer Kosmetik und Pflege an. Abgesehen von bestimmten Supermärkten und Parfümerien gibt es mittlerweile kaum noch einen Onlineshop, der keine tierversuchsfreien Produkte führt. Einige haben sich sogar auf vegane Kosmetik spezialisiert. Die meisten Shops zeichnen vegane Produkte mittlerweile als solche aus und man kann danach seine Suche filtern.

Wie ich mit meinem Umstieg auf tierversuchsfreie Kosmetik angefangen habe

 Umstieg auf tierfreundliches veganes Duschgel
Nach meinen Recherchen stand für mich fest – kein Tier soll für meine Körperpflege und meine Freude an Kosmetik leiden oder sterben müssen. Es gibt offenbar genügend Alternativen. Die wollte ich jetzt finden. Dazu habe ich so angefangen:

  1. Welche meiner Produkte sind tierversuchsfrei und welche sind vegan?

    Ich bin meine Kosmetik- und Pflegeprodukte durchgegangen und habe mir aufgeschrieben, welche davon nicht tierversuchsfrei sind und welche nicht vegan sind. Für diese Produkte wollte ich also eine tierfreundliche Alternative finden.
    Dabei sind mir schon viele tierversuchsfreie Marken aufgefallen, die ich gerne benutze und die als Alternative für an Tieren getestete Pflegeprodukte in Frage kamen.

  2. Aufbrauchen von im Tierversuch getesteter Kosmetik

    Die Teile meiner Körper-, Gesichts- und Haarpflege, die an Tieren getestet wurden, habe ich mir im Bad ganz nach vorne gestellt, um sie gezielt aufzubrauchen, bevor ich einen tierversuchsfreien Ersatz kaufe. Einfach wegwerfen und verschwenden wollte ich die Teile natürlich nicht, gekauft hatte ich sie ja schon und damit nicht tierfreundliche Hersteller bereits unterstützt.
    Wenig oder gar nicht benutzte Produkte habe ich teilweise an Freunde und Familie verschenkt und an ein Frauenhaus in der Nähe gespendet.

  3. Ersetzen von im Tierversuch getesteten Produkten durch tierversuchsfreie Alternativen

    Nach und nach habe ich so die an Tieren getesteten Pflegeprodukte aus meinem Bad verbannt und durch tierfreundliche und möglichst vegane Alternativen ersetzt. Um Fehlkäufe zu vermeiden habe ich vor dem Kauf eines neuen Produktes die Inhaltsstoffe via Codecheck recherchiert, mir oft auch Reviews durchgelesen und Empfehlungen geholt, um ein Pflegeprodukt zu finden, das zu mir, meiner Haut und meinen Haaren passt. Dabei habe ich viele neue Lieblingsprodukte gefunden, die ich oft noch viel lieber mag als das ersetzte Produkt.

  4. Freunde und Familie informieren

    Von meinem Plan, nur noch tierversuchsfreie und möglichst vegane Kosmetik zu verwenden habe ich auch meinen engen Freunden und meiner Familie erzählt, um möglichst keine Kosmetik geschenkt zu bekommen, die an Tieren getestet wurde.
    Falls ich doch mal etwas geschenkt bekomme, was ich aufgrund von Tierversuchen oder tierischen Inhaltsstoffen nicht verwenden möchte, versuche ich es zurückzugeben. Wenn das nicht funktioniert, verschenke ich das Teil weiter oder spende es.

  5. Liste mit Lieblingsmarken ohne Tierversuche

    Von Anfang an führe ich eine eigene kleine Liste mit Herstellern und Marken, die keine Tierversuche durchführen und auf die ich immer wieder gerne zurückgreife, wenn ich ein neues Pflegeprodukt brauche. So vermeide ich Verwirrung beim Einkaufen und oft auch Fehlkäufe. Trotzdem macht es mir immer noch Spaß, etwas ganz Neues auszuprobieren, so lange keine Tierversuche im Spiel sind.

Meine Fazit zum Umstieg auf tierversuchsfreie Kosmetik und Pflege

Trotz meiner anfänglichen Bedenken bezüglich des Umstiegs auf tierversuchsfreie Kosmetik, bin ich im Nachhinein sehr froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Die Umstellung war dank vieler guter Quellen im Internet und meiner eigenen kleinen Positivliste sehr viel einfacher und unkomplizierter als gedacht. Mittlerweile weiß ich beim Einkauf genau, welche Marken für mich in Frage kommen und ich habe nicht das Gefühl, durch meinen Umstieg etwas zu verpassen.
Im Gegenteil. Ich fühle mich seit meiner Entscheidung, nur noch tierversuchsfreie Kosmetik zu kaufen, sehr viel wohler mit meinem Konsumverhalten in Bezug auf Kosmetik und Pflege und habe jeden Tag ein gutes Gefühl vor dem Spiegel.
Mein nächstes Ziel wird der vollständige Umstieg auf vegane Kosmetik und veganes Makeup. Ich bin sehr zuversichtlich, dass auch dieser Umstieg so gut klappen wird.